QM in der Reifenrunderneuerung: Marangoni setzt auf ConSense IMS

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Wer die Marangoni Retrading Systems Deutschland GmbH in Henstedt-Ulzburg nördlich von Hamburg besucht, stößt gleich im Eingangsbereichsbereich auf ein Produkt in beeindruckender Größe, um das sich in diesem Unternehmen alles dreht: Reifen. Was hier produziert wird – vulkanisierte Laufstreifen und hochwertiges Verbrauchsmaterial – dient der Runderneuerung von Reifen. Ist die original Lauffläche abgefahren, wird bei diesem Verfahren das noch vorhandene alte Profil abgetragen und durch einen neuen Laufstreifen ersetzt. Dieser wird durch Vulkanisierung fest mit der noch intakten Karkasse des Reifens verbunden. Die Laufleistung und Qualität des runderneuerten Produkts kann heute mit Neureifen mithalten. Ein Lkw-Reifen, der in der Regel eine Lebensdauer von etwa einem Jahr hat, lässt sich bei einwandfreier Karkasse bis zu dreimal runderneuern. Ein lohnender Vorgang: Im Vergleich zu Neureifen können damit erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Auch die Umwelt profitiert, denn durch die Runderneuerung wird auch der Energie- und Rohstoffverbrauch deutlich reduziert. 

 

Internationale Unternehmensgruppe

 

Vor allem Unternehmen aus der Transport- oder Logistikbranche nutzen diesen Service und bringen die abgefahrenen Reifen ihrer Fahrzeuge regelmäßig zu Runderneuerern. Diese beziehen das Material, entweder Laufsteifen oder Laufflächenringe, unter anderem von der Marangoni Retrading Systems Deutschland GmbH, ansässig in Henstedt-Ulzburg. Das mittelständische Unternehmen mit 110 Mitarbeitern und einem Produktionsvolumen von 12.000 Tonnen jährlich gehört zur Marangoni Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Rovereto in Norditalien. Marangoni, einer der führenden Hersteller von Materialien für diese Branche, ist weltweit mit eigenen Tochterunternehmen vertreten, u.a. in Deutschland, Italien, Nordamerika, Brasilien und Argentinien. Die Unternehmensgruppe plant und realisiert auch schlüsselfertige Anlagen für die Reifenrunderneuerung und vertreibt Neureifen.

 

Ganzheitliches Konzept für das Qualitätsmanagement

 

Nur Reifen mit einwandfreier Karkasse eignen sich für die Wiederverwendung. Und auch das Material zur Aufbereitung muss von erstklassiger Qualität sein. Denn jeder Reifen muss später die strengen Normen erfüllen, denen diese Produktgruppe unterliegt. Darum steht bei Marangoni die Sicherheit ganz im Mittelpunkt: Das Unternehmen setzt alles daran, seine Prozesse, Produkte und Dienstleistungen ständig zu verbessern. Dies geschieht auf der Basis von Rückmeldungen der Kunden und Mitarbeiter, der Auswertung von Kennzahlen und Prozessdaten sowie der kontinuierlichen Überprüfung aller Abläufe durch regelmäßige Audits. Um dabei zu höchster Effizienz zu gelangen, entschied sich das Unternehmen zur Einführung eines modernen Qualitäts¬managementsystems. Daniel König, QM-Verantwortlicher am Standort Henstedt-Ulzburg, hatte konkrete Vorstellungen: „Ich war auf der Suche nach einem System zur Verwaltung von Prozessen und Qualitätsdokumenten, das sich den Gegebenheiten des Unternehmens anpasst und nicht umgekehrt. Dabei bin ich auf die ConSense GmbH aus Aachen gestoßen. Hier hat mich das ganzheitliche Konzept überzeugt.“

 

 

 

Moderne QM-Software für höchste Effizienz

 

ConSense IMS wurde Ende 2011 bei Marangoni eingeführt. Bereits zuvor verfügte das Unternehmen über ein zertifiziertes QM-System – allerdings ohne entsprechende Software-Unterstützung. „Wir haben viele Vorgänge in Papierform und über Excel-Dateien abgebildet. Dabei musste jedes einzelne Dokument mühsam angepasst, mit neuer, fortlaufender Nummer versehen und Änderungen kenntlich gemacht werden. Das ist aufwendig und fehleranfällig“, erklärt König. Daher beschlossen Geschäftsführung und Qualitätsmanagement, das vorhandene QM-System auf eine ganz neue Basis zu stellen und damit vor allem die Pflege des Systems zu erleichtern, die Verwaltung von Dokumenten und Prozessen mit einer lückenlosen Revisionierung der Inhalte zu erreichen und das Management von Reklamationen und Maßnahmen zu optimieren.

Eineinhalb Jahre nach der Einführung zeigt sich Daniel König sehr zufrieden mit den Veränderungen: „ConSense hat es uns leicht gemacht: Gerade in der Einführungsphase war immer ein kompetenter Ansprechpartner verfügbar. Wir haben viel Unterstützung erhalten und konnten dadurch gleich von Anfang an alles richtig machen. So haben wir ConSense IMS in relativ kurzer Zeit sehr erfolgreich und mit großer Akzeptanz der Mitarbeiter einführen können.“ 

 

Dokumentenmanagement automatisiert

 

Das Unternehmen startete zunächst nur mit der Prozessbeschreibung und der Dokumentenverwaltung. Dabei schätzte der Qualitätsmanager besonders, dass sich vorhandene Dokumente und Formulare ganz einfach in das neue System integrieren ließen. Das komplette Dokumentenmanagement erfolgt jetzt automatisch über ConSense IMS. So werden bei Marangoni Arbeitsanweisungen, Formulare und Prozessbeschreibungen direkt in ConSense erstellt, automatisch an die entsprechenden Mitarbeiter verteilt und vom System übersichtlich verwaltet. Auch der Zugang der Mitarbeiter zu benötigten Dokumenten hat sich durch den Einsatz von ConSense IMS erheblich erleichtert, beschreibt König: „Zuvor mussten die Kollegen gewünschte Dokumente aus vielen Ordnern mühsam heraussuchen. Das System strukturiert nun alles übersichtlich nach Abteilungen. Vor allem die Suchfunktion ist sehr praktisch und beschleunigt das Auffinden.“  

 

Das ganzheitliche Konzept des neuen Systems schafft Synergieeffekte, von denen das Unternehmen profitiert. „Die im System hinterlegte Unternehmensstruktur wird in allen Modulen, um die das neue System mittlerweile erweitert wurde, gleichermaßen genutzt. Wird z.B. ein neuer Mitarbeiter eingestellt, muss diesem nur einmal die entsprechende Stelle im System zugewiesen werden. Dann erhält er automatisch alle für ihn relevanten Dokumente sowie Funktionen und Berechtigungen in allen Modulen. Auch kann beispielsweise direkt aus dem Reklamationsformular heraus auf das Maßnahmenmanagement zugegriffen werden. Solche Dinge machen das Arbeiten mit dem System sehr komfortabel“, erläutert König.

 

 

 

Maßnahmen- und Reklamationsmanagement optimiert

 

Da ConSense IMS modular aufgebaut ist, lässt sich das System beliebig ausbauen und ergänzen. Das nutzen die Verantwortlichen bei Marangoni: Die Erweiterung um das Modul Maßnahmenmanagement hat sich für das Unternehmen als besonders wertvoll erwiesen. Der Qualitätsmanager erläutert: „Wir nutzen dieses Modul sehr aktiv: Nicht nur die klassischen Maßnahmen, welche unter anderem aus Audits resultieren, verwalten wir mithilfe des Moduls, sondern steuern auch anfallende Nacharbeiten komplett über ConSense IMS. Stellt sich z. B. bei der Produktion heraus, dass an einem bestimmten Produkt noch zusätzliche Arbeiten erforderlich sind, wird eine entsprechende Maßnahme im System aufgenommen. Die verantwortlichen Mitarbeiter werden dann automatisch mit der Durchführung beauftragt und bestätigen diese später ebenfalls direkt im System. Damit ist der komplette Vorgang dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar.“ 

 

Für ein systematisches und noch schnelleres Reklamationsmanagement wird das Modul Forms genutzt: Jeder Mitarbeiter bei Marangoni hat Zugriff auf das System und damit auf die erfassten Reklamationen. So kann z. B. der Außendienst durch mobilen Zugang direkt vor Ort bei Geschäftspartnern Einsicht in alle Vorgänge nehmen, diese nachvollziehen und sofort die notwendigen Informationen liefern. „Das kommt gut an bei unseren Kunden“, freut sich der Qualitätsmanager.

 

Umweltmanagement als Zukunftsprojekt

 

Aktuell wird ConSense IMS von Marangoni am Standort Henstedt-Ulzburg genutzt. Daniel König unterstreicht jedoch, dass bei der Auswahl berücksichtigt wurde, dass sich das System gegebenenfalls auf mehrere Werke der Unternehmensgruppe ausdehnen lässt, um Synergien zu nutzen. Da ConSense IMS die große Auswahl von zehn verschiedenen Sprachen bietet – unter anderem auch Italienisch, die Sprache des Hauptsitzes von Marangoni – ist dabei von großem Vorteil. Doch in naher Zukunft plant König erst einmal ganz andere Projekte. „Als nächsten Schritt wollen wir das Modul Kennzahlenmanagement einführen. Wir versprechen uns durch tagesaktuelle Kennzahlen noch mehr Transparenz und kürzere Reaktionszeiten. Jedem Mitarbeiter sollen dann genau die Kennzahlen zur Verfügung stehen, die für seine Tätigkeit von Bedeutung sind. Außerdem wollen wir innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre ein Umweltmanagementsystem zertifizieren lassen“, erklärt der Qualitätsmanager. Und er vertraut fest darauf, dass er mit der bewährten Unterstützung durch ConSense seine Ziele im vorgesehenen Zeitrahmen erreichen wird.