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  • Lesezeit 5 min
  • 08.09.2026

Warum Excel für NIS2 langfristig nicht ausreicht

NIS2 verpflichtet Unternehmen dazu, Risiken und Maßnahmen neu zu denken. Die Nutzung von Excel liegt zu Beginn nahe, doch mit wachsender Komplexität stößt die Tabellenlösung an ihre Grenzen. Denn NIS2 erfordert weit mehr als eine reine Verwaltung von Informationen.

Person mit Laptop arbeitet an Serverrack in moderner Rechenzentrumsumgebung.

Key Takeaways

  • Excel eignet sich für den Einstieg, aber nicht für die langfristige NIS2-Steuerung.
  • NIS2 erfordert mehr als Dokumentation.
  • Manuelle Prozesse erhöhen das Fehlerrisiko.
  • Transparenz wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
  • Informationssicherheit ist ein dauerhafter Managementprozess.
  • Je höher der Reifegrad, desto wichtiger wird ein Integriertes Managementsystem.

Wenn aus einzelnen Listen ein komplexes System wird

Zu Beginn wirkt die Struktur in Excel oft überschaubar. Eine Tabelle für Risiken, eine weitere für Maßnahmen und vielleicht noch eine Liste der relevanten Lieferanten. Mit der Zeit kommen jedoch immer mehr Informationen hinzu. Risiken werden neu bewertet, Maßnahmen angepasst, Verantwortlichkeiten wechseln und Nachweise müssen dokumentiert werden. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen durch Audits, interne Prüfungen oder gesetzliche Vorgaben.

Statt einer zentralen Informationsquelle existieren zahlreiche Tabellen, Versionen und Ablagen. Damit wird die Pflege aufwendiger und der Überblick geht verloren.

Warum NIS2 mehr als Dokumentation verlangt

Ein häufiger Irrtum besteht darin, NIS2 als reine Dokumentationsaufgabe zu verstehen. Tatsächlich geht es nicht nur darum, Risiken und Maßnahmen zu erfassen, sondern diese aktiv zu steuern.

Verantwortliche müssen jederzeit nachvollziehen können:

  • Welche Risiken bestehen aktuell?

  • Welche Maßnahmen sind bereits umgesetzt?

  • Wo gibt es Handlungsbedarf?

  • Wer trägt die Verantwortung?

  • Welche Nachweise liegen vor?

In einer wachsenden Excel-Landschaft wird die Beantwortung dieser Fragen zunehmend schwierig. Informationen müssen zusammengesucht, manuell ausgewertet und regelmäßig abgeglichen werden.

Offene Maßnahmen geraten schnell aus dem Blick

Viele Unternehmen kennen die Situation: Eine Maßnahme wird festgelegt, in einer Tabelle eingetragen und anschließend im Tagesgeschäft vergessen. Das Problem ist dabei nicht die Dokumentation selbst. Das Problem ist die fehlende Prozessunterstützung. Excel erinnert nicht automatisch an Fristen, stößt keine Freigaben an und verfolgt keine Aufgaben nach. Dadurch entsteht ein hoher manueller Aufwand, damit nichts übersehen wird. Je mehr Personen beteiligt sind, desto größer wird das Risiko, dass wichtige Aufgaben liegen bleiben oder Verantwortlichkeiten unklar werden.

Besonders kritisch: das Management von Lieferanten

Mit NIS2 rückt auch die Sicherheit der Lieferkette stärker in den Fokus. Unternehmen müssen sich nicht nur mit den eigenen Risiken beschäftigen, sondern auch mit denen ihrer Dienstleister und Partner.

In der Praxis bedeutet das:

  • Lieferanten bewerten

  • Nachweise einholen

  • Maßnahmen verfolgen

  • regelmäßige Überprüfungen durchführen

Bei wenigen Partnern lässt sich das noch relativ einfach organisieren. Wächst die Zahl der Lieferanten, steigen jedoch auch Pflegeaufwand und Komplexität. Tabellen werden schnell unübersichtlich und Zusammenhänge gehen verloren.

Transparenz wird zum entscheidenden Faktor

Nicht zuletzt benötigt auch die Geschäftsführung einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand der Informationssicherheit:

  • Welche Risiken sind besonders kritisch?

  • Wo liegen offene Maßnahmen?

  • Welche Bereiche benötigen zusätzliche Unterstützung?

Wer diese Informationen erst mühsam aus verschiedenen Tabellen zusammentragen muss, investiert viel Zeit in Verwaltung statt in tatsächliche Verbesserungen. Gerade bei Audits oder Managementbewertungen zeigt sich dann häufig, wie wertvoll zentral verfügbare und aktuelle Informationen sein können.

Vom Nachhalten zum aktiven Steuern

Excel kann ein hilfreiches Werkzeug sein, um erste Schritte in Richtung NIS2 zu gehen. Für die langfristige Umsetzung reicht die reine Tabellenverwaltung jedoch meist nicht aus.

Denn NIS2 fordert kein Nebeneinander einzelner Listen, sondern ein strukturiertes Vorgehen mit klaren Verantwortlichkeiten, nachvollziehbaren Prozessen und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Informationssicherheit.

Wer Risiken, Maßnahmen, Lieferanten und Nachweise dauerhaft im Griff behalten möchte, benötigt deshalb mehr als eine Sammlung von Tabellen. Entscheidend ist ein System, das Informationen, Prozesse und Menschen miteinander verbindet.

Fazit

Excel eignet sich hervorragend für die erste Bestandsaufnahme. Sobald Informationssicherheit jedoch zu einem dauerhaft gelebten Prozess werden soll, stoßen Tabellenlösungen oft an ihre Grenzen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob NIS2 mit Excel dokumentiert werden kann. Vielmehr muss man hinterfragen, wie sichergestellt wird, dass Risiken, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten auch in einem Jahr noch nachvollziehbar und steuerbar sind.

Nachhaltige Informationssicherheit entsteht nämlich nicht durch einzelne Tabellen, sondern durch strukturierte Prozesse, die dauerhaft gelebt werden.

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